Einige Geheimnisse lassen sich nicht begraben

Jahrelang musste die Chefin der Spionageabteilung 89, Major Sophie Decker, mit der Erinnerung an ihre furchtbare Kindheit in der DDR und den Mißbrauch durch ihren alkoholkranken Stasi-Vater leben. Diese Erinnerungen und die Wut in ihr machten sie zu der rücksichtslosesten Agentin, die die Bundesrepublik heute hat.

Doch eine offizielle Mission nach Weimar bringt unterdrückte Erinnerungen ans Tageslicht und sie muss sich lang vergessenen, düsteren Familiengeheimnissen stellen. Als sich Sophie Decker blind vor Wut aufmacht, um die Wahrheit zu erfahren und Rache zu nehmen, beweist sie eines:

Die Vergangenheit bleibt nie vergangen. Und einige Geheimnisse lassen sich nicht begraben.

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Es war vier Uhr an einem verregneten Sonntagmorgen im Juni des Jahres 1989, als er aus seiner Zelle geführt und im Innenhof des Berliner Gefängnisses an einen Holzpfahl gebunden wurde.

Er sah übel zugerichtet aus und die meisten seiner Zähne waren ihm ausgeschlagen worden. Sein Gesicht war so schlimm angeschwollen, dass er nur noch auf einem Auge sehen konnte. Es spielt keine Rolle. In wenigen Momenten würde er gar nichts mehr sehen. Nie mehr. 

Zwei uniformierte Männer schleiften ihn zu einem hölzernen Pfosten und banden ihn dort mit groben Seilen fest. Langsam hob er den Kopf und kniff das verbleibende Auge zusammen, um besser zusehen. Er konnte die fünf Soldaten erkennen, die heute Dienst an der Waffe hatten.

Wozu brauchten sie fünf bewaffnete Männer, um einem Schwerverletzten an einem Holzpfahl den Garaus zu machen? Es fühlte sich übertrieben an. Er musste kichern.

“Sie stehen Ihrem Erschießungskommando gegenüber und finden das amüsant?” sagte eine Stimme aus dem Schatten.

Der Gefangene sah auf. “Der Tod kommt uns alle holen”, schnaufte er, “bei manchen früher, bei manchen später.”

“Ein Philosoph”, schnaubte die Stimme, “Sie hätten mich nicht bedrohen oder angreifen sollen. Dafür sterben Sie jetzt.”

Der Gefangene spuckte auf den Boden. “Zur Hölle mit Ihnen!”

“Sie zuerst”, sagte die Stimme, “Oberst, vollstrecken Sie das Urteil.”

“Jawohl!” sagte der Oberst, der die Feuerbrigade kommandierte. Er befahl seine Männer in Position. Je schneller sie diese unliebsame Aufgabe hinter sich bringen würden, desto eher könnten sie wieder zurück ins Warme und Trockene. Einen Moment später konnte man die Kugeln hören. Ihnen folgte das Geräusch der Stiefel, als das Erschießungskommando entlassen wurde.

Books in this Series

Abteilung 89 Boxset Bücher 1-3
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